Frau Halloran, die neben dem Haus meiner Eltern gewohnt hatte, hatte im Laufe der Jahre immer wieder mitgehört, wie Daniel Margaret anflehte.
Schließlich folgte sie ihm zu seinem Auto und gab ihm heimlich meine Adresse.
„Die Wahrheit gehörte euch beiden“, sagte sie zu ihm.
Ich verdeckte mein Gesicht.
Margaret hatte mir jahrzehntelang erzählt, dass noch nie jemand nach mir gefragt hatte.
Sie hatte mich alt werden sehen, während ich auf Daniel wartete, obwohl sie wusste, dass er auf ihrer Veranda stand und nach mir suchte.
Ich habe kaum geschlafen.
Am Morgen wusste ich, was ich brauchte.
„Ich möchte, dass sie es zugibt.“
An diesem Nachmittag fuhren Daniel und ich zu unserem Elternhaus.
Ich holte das elfenbeinfarbene Kleid und legte es wie eine Zeugin quer über den Rücksitz.
Als wir ankamen, hielt ich mich außer Sichtweite, während Daniel klopfte.
Margaret öffnete die Tür.
In dem Moment, als sie ihn sah, wurde sie kreidebleich.
„Ich hab’s dir doch schon gesagt“, sagte sie. „Meine Schwester hat geheiratet. Sie hat ihr Leben hinter sich gelassen.“
Daniel blieb ruhig.
„Sie würde mich nicht sehen wollen?“
„Nein. Du musst sie gehen lassen.“
Das genügte.
Ich trat vor.
„Dann frag mich doch selbst, Margaret.“
Sie erstarrte.
„Ellen…“
„Du hast ihm gesagt, ich sei verheiratet. Du hast ihn jahrelang abgewiesen. Warum?“
Zum ersten Mal hatte meine Schwester keine Antwort parat.
Aber ich wollte mir einen besorgen.