Johnny bekam in Mathe 8 von 20 Punkten, aber seine Erklärung brachte seinen Vater zum Lachen.

Johnny bekam in Mathe 8 von 20 Punkten, aber seine Erklärung brachte seinen Vater zum Lachen.

Noch eine Frage

„Danach hat die Lehrerin noch eine Frage gestellt.“

„Welche denn?“, fragt sein Vater.

„Sie hat gefragt: ‚Wie viel ist zwei mal drei?‘“

Sein Vater schlägt mit der Hand auf den Tisch.

„Aber das ist doch genau dasselbe! Drei mal zwei oder zwei mal drei – das macht doch keinen Unterschied, oder?“

Johnny sieht seinen Vater unschuldig an.

„Das habe ich auch gesagt.“

Es herrscht einen Moment Stille im Raum.

Sein Vater sieht ihn an.

„Moment mal … meinst du, du hast das wirklich so zur Lehrerin gesagt?“

Johnny nickt.

„Ja. Ich habe gefragt: ‚Aber was ist denn nun der Unterschied?‘“

Sein Vater versucht, streng zu bleiben, aber sein Mundwinkel beginnt bereits zu zittern.

Eine seltsame Argumentation

„Und was hat die Lehrerin dann gesagt?“, fragt er.

„Sie sagte, ich solle nicht diskutieren und einfach antworten.“

„Und hast du das getan?“

Johnny schüttelt den Kopf.

„Nein. Ich habe gewartet, bis sie erklärt hat, warum sie fast die gleiche Frage zweimal gestellt hat.“

Sein Vater holt tief Luft.

„Johnny … vielleicht wollte sie nur sichergehen, dass du es wirklich verstanden hast.“

„Das dachte ich zuerst auch“, sagt Johnny. „Aber dann dachte ich, es könnte eine Fangfrage sein.“

„Eine Fangfrage?“

„Ja“, sagt Johnny ernst. „Weil ich die erste Frage ja schon richtig beantwortet habe. Wenn sie also danach fast die gleiche Frage stellt, muss das ja einen Grund haben, oder?“

Sein Vater sieht ihn ungläubig an.

„Und deshalb hast du nicht einfach ‚sechs‘ geantwortet?“

„Ja“, sagt Johnny. „Aber zuerst sagte ich: ‚Das kommt darauf an, warum Sie fragen.‘“

Die Lehrerin hatte wenig Sinn für Humor.

Laut Johnny fand die Lehrerin seine Erklärung nicht besonders gelungen.

„Sie hat mich nur streng angeschaut“, sagt er.

„Und dann?“

„Dann meinte sie, ich würde Zeit verschwenden.“

Sein Vater kann sich das Lachen kaum verkneifen.

„Vielleicht hättest du gleich ‚sechs‘ antworten sollen.“

Johnny zuckt mit den Schultern.

„Das wäre zu einfach gewesen.“

Sein Vater schüttelt lachend den Kopf.

„Zu einfach? Es war Mathe, Johnny. Manchmal ist die richtige Antwort einfach die richtige Antwort.“

Logik nach Johnny

Johnny erklärt, dass er immer versucht nachzudenken, bevor er antwortet.

„Wenn jemand zweimal dieselbe Frage stellt, steckt meistens ein Grund dahinter.“

„Nicht immer“, sagt sein Vater.

„Aber manchmal schon.“

„Das stimmt“, gibt sein Vater zu.

„Und ich wollte einfach nur wissen, warum.“

Sein Vater muss zugeben, dass da irgendwie eine gewisse Logik dahintersteckt. Nicht die Logik, die man für eine gute Note braucht, sondern die Logik eines Kindes, das nicht alles einfach so hinnimmt. Eine Lektion fürs nächste Mal.

Obwohl Johnny letztendlich durchgefallen ist, hat er seine Neugier nicht verloren. Er wollte verstehen, warum dieselbe Rechenaufgabe wiederholt wurde, anstatt einfach nur die gleiche Antwort zu wiederholen.

Sein Vater beschließt, dass Mathe doch zu Hause geübt werden muss. Aber er ist trotzdem ein bisschen stolz auf Johnnys Denkweise.

„Hör mal“, sagt er lachend. „Nächstes Mal gibst du einfach zuerst die richtige Antwort.“

Johnny nickt.

„Und danach?“

„Danach kannst du alle Fragen stellen, die du willst.“

Johnny lächelt zufrieden.

„Einverstanden.“

Sein Vater nimmt das Mathebuch vom Tisch und sagt:

„Gut. Dann fangen wir jetzt von vorne an. Wie viel ist drei mal zwei?“

Johnny sieht ihn einen Moment lang ernst an.

„Willst du die normale Antwort oder suchst du wieder nach einer versteckten Bedeutung?“

Sein Vater lacht laut auf.

Und Johnny?

Er war sich sicher, dass er sich diesmal zumindest ein paar Extrapunkte für Kreativität verdient hatte.

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