Die Antwort hängt davon ab, wie weit der Keimungsprozess bereits fortgeschritten ist.
Wenn die Sprossen klein sind
Wenn die Kartoffel noch fest ist und nur wenige kleine Keime hat, kann man sie möglicherweise retten.
Entfernen Sie:
- Die Sprossen
- Die „Augen“
- Alle grünen Stellen auf der Haut
Schälen Sie die Kartoffel vor dem Kochen gründlich.
Wenn die Kartoffel runzlig oder stark gekeimt ist
Wenn die Kartoffel Folgendes enthält:
- Mehrere große Sprossen
- faltige Haut
- Ein verschrumpeltes Aussehen
- Weiche Stellen
Am besten wirft man sie weg.
In diesem Stadium hat die Kartoffel bereits begonnen, sich zu zersetzen, und kann höhere Konzentrationen natürlich vorkommender Giftstoffe enthalten.
Im Zweifelsfall ist es sicherer, sie zu entsorgen.
Die versteckten Giftstoffe in gekeimten Kartoffeln
Alle Kartoffeln enthalten von Natur aus Verbindungen, die als folgende bezeichnet werden:
- Solanin
- Chaconin
Diese Substanzen schützen die Kartoffel vor Insekten und Krankheiten.
In frischen Kartoffeln sind die Konzentrationen in der Regel niedrig und unbedenklich.
Mit zunehmendem Alter, Keimung oder Lichteinwirkung können diese Verbindungen jedoch ansteigen.
Die höchsten Konzentrationen finden sich typischerweise in:
- Sprossen
- Augen
- Grüne Hautpartien
Das weiße Fruchtfleisch der Kartoffel enthält deutlich geringere Mengen dieser Toxine.
Der Verzehr großer Mengen dieser Toxine kann zu Symptomen wie den folgenden führen:
- Brechreiz
- Erbrechen
- Durchfall
- Magenschmerzen
- Kopfschmerzen
- Fieber
Die meisten Fälle verlaufen mild, bei einigen Personen können jedoch auch schwerwiegendere Reaktionen auftreten.
Werden durch Kochen die Giftstoffe zerstört?
Leider lassen sich Solanin und Chaconin durch Kochen allein nicht vollständig eliminieren.
Kochen, Backen, Braten oder Rösten können zwar einige dieser Giftstoffe reduzieren, doch bleiben erhebliche Mengen zurück, wenn Keime und grüne Stellen nicht vorher entfernt werden.
Daher ist es wichtig, leicht gekeimte Kartoffeln immer sorgfältig zu putzen und zu schälen.
Rohe gekeimte Kartoffeln sollten niemals verzehrt werden.
Und grüne Kartoffeln?
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass eine Kartoffel grün wird?
Die grüne Farbe stammt vom Chlorophyll, dem Farbstoff, den Pflanzen bei der Photosynthese verwenden.
Chlorophyll ist nicht schädlich.
Grüne Kartoffeln enthalten jedoch oft erhöhte Mengen an Solanin und Chaconin, da sich beide unter ähnlichen Bedingungen – vor allem durch Lichteinwirkung – entwickeln.
Ist nur ein kleiner Bereich grün, kann man ihn manchmal abschneiden.
Ist die Kartoffel jedoch größtenteils grün, sollte man sie besser entsorgen.
Wie man das Keimen von Kartoffeln verhindert
Durch sachgemäße Lagerung lässt sich die Haltbarkeit Ihrer Kartoffeln deutlich verlängern.
Lagern Sie sie an einem kühlen, dunklen Ort.
Ideale Standorte sind unter anderem:
- Eine Speisekammer
- Ein Schrank
- Ein Kellerlagerraum
Direkte Sonneneinstrahlung und übermäßige Hitze vermeiden.
Kartoffeln und Zwiebeln voneinander fernhalten
Zwiebeln setzen Gase frei, die das Keimen beschleunigen können. Lagern Sie diese Gemüsesorten daher möglichst getrennt.
Verwenden Sie atmungsaktive Aufbewahrungsbehälter.
Kartoffeln brauchen Luftzirkulation.
Gute Optionen sind beispielsweise:
- Netzsäcke
- Aufbewahrungsbeutel aus Baumwolle
- Drahtkörbe
Vermeiden Sie verschlossene Plastiktüten, da diese Feuchtigkeit einschließen und den Verderb begünstigen können.
Kaufe nur, was du auch benutzen wirst.
Auch wenn große Säcke oft wie ein Schnäppchen erscheinen, erhöht der Kauf von mehr Kartoffeln, als man verbrauchen kann, die Wahrscheinlichkeit, dass sie verderben, bevor sie gegessen werden.
Weitere Anzeichen dafür, dass eine Kartoffel verdorben ist
Keimung ist nicht das einzige Warnzeichen.
Kartoffeln, die keimen, sollten aussortiert werden.
Weich oder matschig
Frische Kartoffeln sollten sich fest und kompakt anfühlen.
Tief faltig
Deutliches Schrumpfen deutet auf Feuchtigkeitsverlust und Alterung hin.
Mit dunklen Flecken oder Schimmel bedeckt
Schwarze Flecken, Schimmelbildung oder großflächige Druckstellen sind Anzeichen für Zersetzung.
Übelriechend
Frische Kartoffeln haben einen milden, erdigen Duft.
Sollten Sie einen muffigen, schimmeligen oder unangenehmen Geruch feststellen, entsorgen Sie die Kartoffel bitte umgehend.
Schlussbetrachtung
Ein paar kleine Keime bedeuten nicht automatisch, dass eine Kartoffel in den Müll gehört.
Ist die Kartoffel noch fest und die Keime klein, kann man sie vorsichtig entfernen, indem man die Keime, die Augen und alle grünen Stellen abschneidet.
Stark gekeimte, grüne, runzlige oder weiche Kartoffeln sollten jedoch entsorgt werden, um eine mögliche Aufnahme schädlicher Giftstoffe zu vermeiden.
Am besten ist es, einfach
auf sein Bauchgefühl zu hören, wenn eine Kartoffel verdächtig aussieht.
Eine frische Kartoffel lässt sich günstig ersetzen, eine Lebensmittelvergiftung hingegen ist viel teurer.
Faustregel
✔ Feste Kartoffel + kleine Keime = nach dem Entfernen der Keime meist noch genießbar
✔ Große Keime + Runzeln + grüne Stellen = wegwerfen
Bei der Lebensmittelsicherheit gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.