Während Pearl mir beim Abholen meiner Rezepte half und mich freundlich daran erinnerte, dass ihr Haus jederzeit für mich zur Verfügung stünde, falls ich einen ruhigen Ort zum Erholen bräuchte, genossen Gordon und Rita weiterhin ihren vermeintlich uneingeschränkten Zugriff auf mein Geld.
Ich erfuhr schließlich von mehreren Personen, was genau passiert war, darunter auch von einer Angestellten einer Boutique, die mich im Nachhinein kontaktierte, weil Gordon und Rita wiederholt meinen Namen und meine Telefonnummer benutzt hatten, um ihre Geschichte zu untermauern.
Sobald sie die Luxusboutique betraten, gingen sie am regulären Ausstellungsraum vorbei und baten darum, direkt in die Lounge für Privatkunden gebracht zu werden.
Rita stellte sich stolz als Mutter eines „leitenden Technologiemanagers“ vor.
Das war offenbar ihre bevorzugte Art geworden, mich zu beschreiben.
Sie erklärte, ich würde gerade ein dringendes Geschäftstreffen auf dem Parkplatz beenden und gleich wieder drinnen sein, um die Rechnung zu begleichen.
Die Mitarbeiter, die darauf geschult waren, anspruchsvolle Kunden professionell und diskret zu betreuen, begleiteten sie während des Wartens in die private Lounge.
Rita ließ sich bequem auf einem Samtsofa nieder.
Sie schlug die Beine übereinander und bestellte gekühltes Mineralwasser sowie einen handgemachten Kaffee.
Gordon fragte derweil, ob jemand die Klimaanlage herunterdrehen könnte, da es ihm im Zimmer zu warm sei.
Die Mitarbeiter erfüllten höflich jeden Wunsch.
Diese kleine Sonderbehandlung war alles, was Rita brauchte.
Innerhalb weniger Minuten benahm sie sich, als gehöre die Boutique ihr.
Nachdem sie ihren Kaffee ausgetrunken hatte, schlenderte sie in den Verkaufsraum und zeigte auf eine verschlossene Vitrine.
„Die würde ich gerne sehen.“
Ein Mitarbeiter holte vorsichtig drei luxuriöse Handtaschen aus seltenem Leder hervor.
Rita betrachtete jedes einzelne Stück eingehend unter den Lichtern des Ausstellungsraums und drehte sie langsam in ihren Händen.
Sie hat nie nach dem Preis gefragt.
Sie wählte alle drei aus.
Dann wünschte sie sich dazu passende Geldbörsen.
Als der Angestellte vorschlug, die Artikel zur Kasse zu bringen, winkte Rita lässig ab.
„Ich bin noch nicht fertig.“
Als nächstes kamen die Designerschuhe.
Seidenschals.
Und eine limitierte Abendtasche, die noch nicht einmal öffentlich ausgestellt worden war.