Meine Schwester ist vor 16 Jahren verschwunden.

Meine Schwester ist vor 16 Jahren verschwunden.

Meine Schwester ist vor 16 Jahren verschwunden.

Meine Schwester verschwand vor 16 Jahren… Dann sah ich ihre Jacke um 2 Uhr morgens an einer Tankstelle.

Ich hatte die Hälfte der sechsstündigen Heimfahrt hinter mir, als mich die Erschöpfung schließlich einholte.

Um 2 Uhr nachts hielt ich an einer fast leeren Tankstelle außerhalb einer Stadt, an die ich mich kaum noch auf der Karte erinnern konnte. Neonröhren summten über mir, während kalter Wind Papierfetzen über den Asphalt wirbelte. Ich stand da, tankte, starrte in die Dunkelheit und dachte an nichts anderes als Kaffee und Schlaf.

Dann sah ich die Jacke.

Eine Frau kam aus dem Kiosk und trug in beiden Händen einen Pappbecher. Sie trug eine übergroße Jeansjacke mit einem zerrissenen linken Saum und einer verblichenen Sonnenblumenbrosche am Kragen.

Mein Herz blieb stehen.

Ich kannte diese Jacke.

Amy hatte es überall getragen, als wir jünger waren – beim Camping, auf Konzerten, bei Familienfotos. Mama hat sie immer wieder angefleht, es wegzuwerfen, weil die Ärmel schon fast auseinanderfielen.

Aber Amy liebte es.

Und ich hatte es sechzehn Jahre lang nicht gesehen.

Bevor ich merkte, was ich tat, rief ich über den Parkplatz.

„Amy!“

Die Frau erstarrte.

Langsam drehte sie sich um.

Für einen einzigen, unmöglichen Augenblick war ich in meinem Herzen davon überzeugt, dass sie es wirklich war.

Aber das war es nicht.

Diese Frau war älter, dünner, gezeichnet von den Strapazen, die meine Schwester nie erlebt hatte. Doch als sie mich ansah, veränderte sich ihr Gesichtsausdruck schlagartig – blass, erschrocken, fast ängstlich.

„Es tut mir leid“, sagte ich schnell und ging auf sie zu. „Ich dachte, Sie wären jemand anderes.“

Sie zog die Jacke enger um sich.

Ich stand zitternd da und konnte nicht aufhören, auf die Sonnenblumenbrosche zu starren.

Dann vibrierte mein Handy.

Eine SMS von Mama.

„Deine Schwester wäre heute 40 Jahre alt geworden. Ich habe heute Abend eine Kerze für sie angezündet.“

Ich starrte auf den Bildschirm, als mich die Schuldgefühle wie eine Welle überrollten.

Ich hatte es vergessen.

Nach sechzehn Jahren voller Vermisstenanzeigen, Polizeiberichten, Suchaktionen, Tränen, Jahrestagen und Herzschmerz… hatte ich Amys Geburtstag vergessen.

Die Frau wandte sich ab.

Etwas in mir schreckte auf.

„Warte!“, rief ich ihr nach.

Sie blieb stehen.

„Bitte… woher haben Sie diese Jacke?“

Einen Moment lang musterte sie mich nur, als ob sie entscheiden wollte, ob sie mir vertrauen konnte.

Dann entspannten sich ihre Schultern.

„Eine Frau namens Amy hat es mir gegeben“, sagte sie leise.

Meine Knie hätten fast nachgegeben.

„Sie hat jedes Wochenende ehrenamtlich im Frauenhaus in der Innenstadt gearbeitet. Vor drei Wintern kam ich dort an, nur mit den Kleidern, die ich am Leib trug.“ Sie berührte sanft den zerrissenen Ärmel. „Mir war kalt, ich war wütend, beschämt … ehrlich gesagt, ich wollte nicht mehr leben.“

Ihre Stimme zitterte.

„Sie zog die Jacke aus und wickelte sie mir selbst um. Sie sagte, jemand, der sie liebte, habe sie ihr einst geschenkt. Dann sagte sie zu mir: ‚Jetzt gebe ich sie dir, denn manchmal ist das Überleben schon schwer genug.‘“

Ich konnte kaum atmen.

„Amy“, flüsterte ich. „Meine Schwester hieß Amy.“

Ihre Augen weiteten sich.

„Sie gehören zu ihrer Familie?“

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