„Er lehrt uns nicht, ihm zu gehorchen.“
Ihre Stimme zitterte schließlich.
„Er lehrt uns, wie wir leben sollen, wenn er nicht mehr da ist, um uns zu sagen, was wir tun sollen.“
Zwei Tage später kam Emma zu mir nach Hause.
„Papa möchte mit dir sprechen.“
Zum ersten Mal betrat ich ihr Haus.
Alles war sorgfältig organisiert.
Eine ganze Wand war mit Kalendern bedeckt.
Notrufnummern waren ein weiteres Thema.
Draußen hing ein passender Aufgabenplan, drinnen gab es einen entsprechenden Zeitplan.
Was einst wie Kontrolle gewirkt hatte, erschien nun notwendig.
David saß sichtlich geschwächt in der Nähe des Fensters.
„Ich nehme an, das wissen Sie jetzt“, sagte er.
“Es tut mir Leid.”
Er lächelte schwach.
„Die Leute entschuldigen sich normalerweise erst, nachdem sie mich bereits verurteilt haben.“
Mein Gesicht brannte.
„Ich habe dich verurteilt.“
“Ich weiß.”
Emma reichte ihm ein abgenutztes schwarzes Notizbuch.
David hat es mir weitergegeben.
Es war kein Tagebuch.
Es war ein Unterrichtsplan.
Woche eins: Emma kocht alleine das Abendessen. Bestanden.
Dritte Woche: Noah wechselt einen Reifen. Er braucht Übung.
Sechste Woche: Lily ruft den Notruf an, ohne in Panik zu geraten. Bestanden.
Neunte Woche: Ben erinnert sich an seine Adresse und Emmas Telefonnummer. Bestanden.
Dann brach mir ein Ton das Herz.
Ben fragte, wer ihn zudecken würde.
Keine Antwort.